CODE_n14 & NRW: Den Stau umgehen mit Nunav

„Baustelle bei Köln-Lövenich, vier Kilometer Stau. Einspuriger Verkehr vor Leverkusen-West, sechs Kilometer Stau. Vollsperrung der A59 ab Langenfeld, acht Kilometer Stau. Ortskundige sollten den Bereich weiträumig umfahren.“

Wenn es ganz schlimm kommt, werden die Verkehrsmeldungen im Halbstundentakt länger und länger, ebenso die Staus in der Region. Das liegt zum Teil daran, dass viele Autofahrer einfach weiterfahren und keine Ausweichrouten nutzen – mangels Ortskenntnis.

Eine mögliche Lösung ist Nunav, eine Anti-Stau-App für Navigationsgeräte. Sie wertet die aktuelle Verkehrslage aus und legt dabei eine maximale Auslastung der Straßen fest. Sobald eine bestimmte Fahrstrecke zu stark belastet wird, leitet die App die Autos auf andere, weniger überfüllte Strecken um.

Die App der Graphmasters GmbH ist aber nicht nur eine einfache Erweiterung des Navis. Es handelt sich bei ihr um ein System zur Analyse und Lenkung von Verkehrsströmen. Die Daten dafür stammen von den Navis, die mit Nunav ausgerüstet sind. Die App sendet regelmäßig GPS-Positionsdaten an einen Server, der daraus in Echtzeit die Auslastung einer Straße errechnet.

Aus den ermittelten Daten ergibt sich ein relativ originalgetreues Abbild der Verkehrslage. Wenn bei bestimmten Strecken zu viele Wagen gleichzeitig dieselbe Route nehmen, wird ein Teil davon frühzeitig umgelenkt. Dadurch verhindert Nunav einen Stau, bevor er entstehen kann. Herkömmliche Staumelder, warnen den Fahrer Fahrer erst dann, wenn es bereits zu spät ist.

Allerdings: Die Stauvorhersage funktioniert nur, wenn mindestens zehn Prozent aller Autos mit Nunav ausgerüstet sind – sonst kommen nicht genug Daten zusammen. Diese Grenze wird nur überschritten, wenn Nunav in möglichst viele Navis auf dem Markt integriert ist.

Dafür setzt Graphmasters auf eine offene Schnittstelle für Navihersteller:  Die App lässt sich unkompliziert in die Geräte einbauen und kann auch auf Daten von Drittanbietern wie Google Maps zurückgreifen. Außerdem will das Startup mit Liefer- und Taxiunternehmen zusammenarbeiten – sie haben eine große Fahrzeugflotte, die gut als Datenlieferant arbeiten kann.

Dieses Konzept hat auch die Veranstalter des Cebit-Startup-Wettbewerbs CODE_n14 überzeugt. Der globale Wettbewerb erlaubt 50 Startups die Präsentation ihrer Geschäftskonzepte und Innovationen auf der Cebit 2014 in Hannover. Thema des diesjährigen Wettbewerbs ist „Big Data“. Der Gewinner des CODE_n14 Award erhält 30.000 Euro Preisgeld.

Bild: © ufotopixl10 – Fotolia.com, © digitalstock – Fotolia.com

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