Ein Leben ohne Kiosk ist möglich, aber sinnlos

432553_original_R_by_Rike_pixelio.de„Zwei Sixpacks Tannenzäpfle, Gummibärchen, Aufbackbrötchen, eine Zahnbürste und das da bitte auch noch.“ Samstagnacht in der großen Stadt, wenn schnell noch das Notwendige fürs Restwochenende gekauft werden muss. Für die Spontanparty oder den Überraschungsbesuch. Oder auch nur, weil tagsüber der Gang zum Supermarkt irgendwie nicht drin war.

Das Büdchen an der Ecke hat schon manchen Tag oder Abend gerettet. Ein Leben ohne Kiosk ist möglich, aber sinnlos. Und ein Internet ohne Kiosk undenkbar, fand Cihan Sasmaz. Er gründete Anfang 2012 ciosk.de – das Internet-Büdchen. Hier gibt es alles von Absolut Vodka bis zur Zahnbürste, im Internet-typischen Zeittakt 7*24.

In Düsseldorf kam das Angebot sehr gut an und wird inzwischen recht intensiv genutzt. Nicht nur die typischen Nachtschwärmer mit frühmorgendlichem Hunger auf Raider mit Tütensuppe bestellen hier. Auch tagsüber wird bestellt, zum Beispiel von Leuten, die wegen einer Krankheit nicht aus dem Haus gehen wollen.

Das Konzept und der Erfolg überzeugten auch Klemens Gaida und Peter Hornik vom Düsseldorfer Inkubator 1stMOVER. Sie unterstützen unter anderem die Ausweitung der Liefergebiete, zunächst im linksrheinischen Köln, später auch in anderen Städten. Als E-Commerce-Konzept ist der Netzkiosk ungewöhnlich und hat in diesem hart umkämpften Startup-Segment durchaus Chancen.

Der Vorteil eines Lieferdienstes für Kioskprodukte ist der im Vergleich zu einem E-Supermarkt kleine Warenkorb. Das Büdchen-Konzept hat eine eingebaute Beschränkung, Vielfalt erwarten die Kunden lediglich bei Getränken. Bei anderen Waren müssen nicht unbedingt zig verschiedenen Marken auf Lager genommen werden.

Lieferung so schnell wie möglich

Dass es ausreichend Leute gibt, die online bestellen, hat das Unternehmen bereits bewiesen. Grundsätzlich dürfte ein solcher Spätkauf ausreichend Umsatz machen. Wichtig für die Expansion: In den Zielstädten sollten auch die Außenbezirke abgedeckt werden. Dort gibt es wenig Büdchen und ein Online-Einkauf liegt sehr nahe. Aber leider sind die Wege recht lang.

Denn es gibt einen Aspekt, der dem Dienst Probleme bereiten kann: Die Lieferfrist. Im Prinzip bieten Sasmaz und sein Online-Kiosk Same-Day-Delivery. Dieses Thema wird im E-Commerce viel diskutiert, die Düsseldorfer machen einfach mal. Sie versprechen grob eine halbe Stunde Lieferzeit. Mit Geolocation-Services kann die Lieferzeit sogar einigermaßen korrekt bei der Bestellung angezeigt werden.

Trotzdem finden sich bereits bei diesem jungen Unternehmen auf Facebook und in Kommentaren auf Techblogs einige enttäuschte Kunden. Jeder Pizzalieferdienst kennt das Problem: Innerstädtischer Verkehr, Bestellvolumen und die allgemeine Hektik führen schon mal zu vermurksten Bestellungen, falsch geplanten Fahrten oder einem Zwangsstopp im Stau.

Solche Herausforderungen gehören nicht mehr zur Digitalwirtschaft, sondern müssen ganz analog in einer herkömmlichen Betriebsorganisation bewältigt werden. Die einzige Möglichkeit für das junge Unternehmen: Gute Leute einstellen, auch als Auslieferungsfahrer. Doch dafür ist Wachstum notwendig – und sicher ein oder mehrere Investoren, die das Handelsunternehmen zur Internet-Rakete machen wollen.

Bild: Rike / pixelio.de

Delivery services are a highly competitive business. Ciosk.de, one startup from the portfolio of business incubator 1stMOVER has a unique concept: It is a webbased convenience store for late shopping. Currently only in Düsseldorf and Cologne, the startup provides a small productrnage such as drinks or snacks 7 * 24 hours at home. They are serious about a much discussed topic in e-commerce: Same Day Delivery. They prove that it works, although the startup is still relatively new and has its growth ahead of it.

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