StudyDrive: Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen

Ein Lieblingsstichwort in modernen Unternehmen heißt „Collaboration“, dicht gefolgt von „Shared Workspaces“ und „Cloud Storage“. Dahinter steckt ein neuer Trend, der gerade viele Unternehmen stark verändert. Konzepte, Berichte, Präsentationen und weiteres Arbeitsmaterial werden in einer Art internem Sozialen Netzwerk gemeinsam von mehreren Autoren und Bearbeitern geschrieben und diskutiert.

Das müsste es auch für Unis geben, nur kombiniert und besser – so ungefähr lässt sich die Idee von Philipp Mackenprang und Sven Gasper zusammenfassen. Die beiden lernten sich beim Studium “International Business Economics” an der Maastricht University kennen und konnten weitere Mitstudenten von ihrer Idee überzeugen. So entstand StudyDrive, das in Maastricht im Feldtest erprobt wurde.

Trotz der namentlichen Anlehnung an Laufwerke ist der Cloudservice ganz anders organisiert – nämlich genau entlang der Bedürfnisse von Studierenden. Das Studienmaterial wird in Bereiche hochgeladen, die jeweils einer Veranstaltung an der Uni entsprechen. Die Veranstaltungen sind dabei nicht vorgegeben, sondern können von den Nutzern beliebig erzeugt werden. Eine Suchfunktion hilft aber dabei, bereits existierende Seminare und Vorlesungen zu entdecken – Dubletten werden so vermieden.

Doch es geht bei StudyDrive nicht nur darum, Mitschriften, Exzerpte, Buchzusammenfassungen, Hausarbeiten und andere Dinge hochzuladen und anderen Nutzern zum Download anzubieten. Zu jeder Veranstaltung und zu jedem Upload können Kommentare eingetragen werden. Damit ist es zum Beispiel möglich, über Hausarbeiten oder Papers zu diskutieren, Verbesserungsvorschläge zu machen und Verständnisprobleme zu klären.

All diese Dinge sind zwar durch den gleichzeitigen Einsatz anderer Cloudservices ebenfalls möglich, doch so konzentriert an einem Ort und rund um Univeranstaltungen herum angeordnet gab es das bisher nicht. Der Nutzwert des Dienstes entsteht aber erst dann, wenn genügend Studierende Mitglied sind und vor allen Dingen: Wenn genügend Slots für Seminare und Vorlesungen mit Inhalten gefüllt sind.

Besonders wichtig ist deshalb für StudyDrive der Aufbau eines Netzwerks aus Markenbotschaftern, die „Campus Captains“ genannt werden. Sie erfüllen eine sehr wichtige Aufgabe dabei, überhaupt Universitäten auf StudyDrive zu bekommen. Zunächst will sich das Gründerteam auf einige Fokusunis beschränken, um möglichst flott Nutzwert aufzubauen. Der Dienst braucht den Netzwerkeffekt: Je mehr Leute einen Sharing/Collaboration-Service nutzen, desto nützlicher ist er.

Die Campus Captains sollen an etwa fünf Stunden pro Woche andere Studierende von StudyDrive überzeugen, so dass möglichst rasch ein Bestand an Studienmaterial zusammen kommt. Außerdem sind sie für die Nachfragen und Probleme der Nutzer zuständig. Ein Honorar ist für die Campus Captains nicht vorgesehen, es soll aber für erfolgreiche Botschafter Preise als Anerkennung geben.

Stellt sich nur die Frage, welches Geschäftsmodell StudyDrive hat, denn Studenten sind nicht gerade für Zahlungskraft bekannt. Auch hier haben die Gründer schon eine Idee: Unternehmen sollen gegen eine monatliche Gebühr eine Profilseite einrichten können. Außerdem ist vorgesehen, das sie Werbung schalten und Patenschaften für Kurse übernehmen. Gut möglich, dass Unternehmen StudyDrive als einen relativ einfachen Weg zum Recruiting von guten Absolventen nutzen werden.

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Collaboration is one of the strengths of the Cloud. StudyDrive is the Dropbox for students but it is organized differently – along the needs of learners. The study material will be uploaded into folders, each corresponding to a lecture at the university. The documents are uploaded by current and former students. The platform also enables cooperation on scientific issues and thus allows for more efficient studying.

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