TV-Kabel im Land der Seligen

Der Breitbandausbau geht zügig voran, findet das Bundeswirtschaftsministerium. 99 Prozent aller Haushalte können sich auf Wunsch via Breitband an das Internet anschließen. Ganz Deutschland ist flächendeckend mit schnellem Internet ausgerüstet. Ganz Deutschland? Nein, ein paar weiße Flecken gibt es schon noch. Zum Beispiel in Blankenheim-Mühlheim. Oder in Leverkusen-Steinbüchel. Oder, oder, oder. Wer nicht gerade zentral in einer größeren Stadt wohnt, gehört nicht zu den 99%.

Der Witz bei der Sache: Die 99% werden nur durch Schönfärbe-Rethorik erreicht. Der Politik gilt alles als Breitband, was mehr als ein Megabit pro Sekunde bringt. Eine realistische Karte der Breitbandverteilung findet sich in einem aktuellen Artikel der FAZ. Viele weiße Flecken, wenig echtes Breitband für alle. NRW wirkt ein wenig wie das Land der Seligen, denn offensichtlich hat in den meisten Regionen jeder zweite mindestens 50 Megabit. (Von Rheinhessen, der Pfalz und dem Rhein-Neckar-Raum schweigen wir jetzt einmal errötend.)

Die Breitbandlage in NRW ist also ernst, aber nicht verloren? Richtig, doch das liegt nicht an dem üblichen Adressaten beim Thema Breitband – der Telekom. Ein kleiner Kartenvergleich gibt tiefe Einblicke in die Situation. Hier ist noch einmal die Breitbandkarte der FAZ. Und dort findet sich eine Karte mit den Verbreitungsgebieten von Unitymedia/Kabel-BW. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend …

 Bildquelle: Alex dreher / pixelio.de

The state of broadband networks in Germany is annoying. The politicians are counting everything above one MBit/s as broadband. Meanwhile nothing happens and the providers are delaying the upgrade of existing and the rollout of new fiber lines. Ironically the best broadband internet is in the distribution areas of german cable tv providers – a technique the Telekom sold out due to their expected obsolescence.

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